monkey.
VÖ AUT: 28.03.2008
VÖ GER: 15.08.2008
MONCD041 (Jewelcase-CD)
Vertrieb: Hoanzl, Broken Silence
Kontakt: monkey.
Management und Booking: stereoface@gmx.at
Es gibt da diese eine, signifikante Szene in „Blow Up“, dem 60er Jahre-Kult-Film von Michelangelo Antonioni: der Photograf Thomas (alias David Hemmings) verirrt sich in ein Konzert der Yardbirds. Ein regungsloses Publikum starrt auf eine ekstatische Band. Der Gitarrist ärgert sich darüber, daß der Verstärker nicht richtig funktioniert und zertrümmert an ihm wütend seine Gitarre. Den abgebrochenen Hals wirft er in die Menge, die – plötzlich zum Leben erwacht – nach dieser Trophäe giert. Und sich dafür umzubringen droht. Thomas fängt das Teil, verteidigt es vehement und flieht mit ihm nach draußen, wo er bei nochmaliger Begutachtung dessen völlige Wertlosigkeit realisiert und es wegwirft.
Ein Sinnbild für den Status von Rockmusik anno 2008? Ein Vexierspiel der Bedeutungen und Bedeutungslosigkeiten? Ein Spiegel, der einen Rückspiegel abbildet – und damit unseren Blick nicht zurück, sondern nach vorne lenkt? Und, wenn ja, was hat das alles mit Stereoface zu tun?
Jede Menge. Stereoface sind Benny Musenbichler (Schlagzeug), Lukas Schneeberger (Bass), Nino Kadletz (Gitarre) und Paul Pfleger (Stimme, Gitarre). Allesamt viel zu jung, um „Blow Up“ im Zeitkontext erlebt zu haben. Aber alt genug, um den Film zu verehren. Die Yardbirds. The Beatles. Die Rolling Stones. Who. Small Faces. Und natürlich die ganze nachfolgende Britpop-Armada, von Paul Weller und den Jam über Oasis bis hin zu den Arctic Monkeys.
Geht das überhaupt, Pop und Rock mit eindeutig britischem Einschlag aus Graz, der heimeligen Hauptstadt der Steiermark? Es geht. Und wie. Das Selbstbewusstsein, die Frische, Unbekümmertheit und Rotzigkeit, mit der das anno 2004 gegründete Quartett antritt, um den Rest des Landes, eventuell auch den ganzen Kontinent (um nicht gleich den ganzen Globus einzusacken) zu erobern, überzeugt. Treibende Beats und leicht angezerrte Gitarrensaiten sind eventuell Standard. Auch die rauhe Stimme des Sängers ist im Rocker-Club noch kein Alleinstellungsmerkmal. Aber die Fähigkeit von Pfleger & Co., wiedererkennbare Songs zu schreiben, darunter auch den einen oder anderen potentiellen Klassiker, das hebt Stereoface rasch und kräftig aus dem Meer der Mittelmässigkeit heraus.
Retro? Wenn man will: ja. Aber das Stereogesicht blickt eben nicht nur zurück, sondern auch entschieden nach vorne. Das Spiel mit Rock’n’Roll-Versatzstücken, Mustern und Klischees ist hier ein lustvolles Wühlen in der Mottenkiste der Sixties, Seventies und Eighties. Da die Musikbranche seit jeher Hand in Hand mit der Mode geht, gibt es im Rahmen der Möglichkeiten (und Unmöglichkeiten) sowieso keine Tabus, Fehler oder Verbote. Die Bedeutungsschwere liegt im Auge des Betrachters. Es leben die Kontraste.
Stereoface standen seit 2004 bei unzähligen Guerilla Gigs in ganz Österreich (und darüber hinaus) auf der Bühne. Nicht zuletzt als Support Act von Bands wie Chikinki, den Young Knives, Wombats oder Sugarplum Fairy. Das Debütalbum (ursprünglich "Can’t Face The Mirror" betitelt, jetzt ohne Titel) erscheint am 28.03.2008. Elf Songs im unverfälschten Live-Sound, aufgenommen in den Grazer "Recorder Music Studios". Energetisch, roh und schizophren (im Sinn von doppeldeutig). Und: noch herrlich unschuldig. Blow ´em up!
"Genau genommen ist die Musik aus dritter Hand: die steirische Band bearbeitet als Haupteinfluss hörbar Oasis, die wieder von den Britbands aus den Sixties beeinflusst sind. Dennoch: die beste Oasis-Platte, die Oasis nie gemacht haben."
(guitar, Kurier April 2008)
"Stereoface, die vierköpfige Rockband aus Graz mit musikalischen Anleihen von The Who bis Arctic Monkeys starten durch."
(Bernd Watzka, Heute, April 2008)
"Stereoface spielen auf frisch-frech-rotzigen Art fetzigen Gitarrenrock. Sie kommen schnell zum Punkt, ersparen sich Herumspielereien und sind in dieser direkten Art eine echte Bereicherung."
(Reinhold Gruber, OON, April 2008)
"Das allgemeine Klangbild lässt sich als wunderbar dreckig beschreiben. Rotzige Gitarren, puristisch treibende Beats und eine Stimme, die so genervt klingt, dass sogar die Gallagher-Brüder vor Neid erblassen würden. Stereoface haben eindeutig verstanden, was vielen ihrer Idole vielleicht entgangen ist. Ein Ergebnis ist immer nur so gut, wie die Idee dahinter."
(Bettina Ostermann, musicchannel, April 2008)
"Ungestüm und unbekümmert, so funtioniert Rockmusik einfach am Besten. Wie die Newcomer Stereoface beweisen."
… "Und wenn Pfleger mit rauer Stimme ein langgezerrtes "Mayyyybeeee" singt, meint man Oasis-Rüpel Liam Gallagher höchstpersönlich vor dem Mikro zu haben."
(Nina Müller, Kleine Zeitung, April 2008)
"…das Quartett spielt auf seinem Debüt "Stereoface" energiegeladen Indie-Rock – mit Betonung auf Rock."
… "Das Spiel mit Versatzstücken aus der Rockgeschichte beherrschen die Musiker angesichts ihrer jungen Jahre erstaunlich gut."
(Fredi Themel, Now!, April 2008)